Welche Haut braucht welche Reinigung?

Hübsche junge Frau mit Wasser - Hautpflege

Die Gesichtsreinigung ist mit der wichtigste Teil der Routine für einen makellosen Teint. Die passenden Produkte für sich zu finden, ist aber oft gar nicht so einfach. Zum einen erschwert einem die riesige Auswahl die Kaufentscheidung, zum anderen sollte man allem voran zunächst seinen eigenen Hauttyp und Hautzustand kennen. Nur so können auch die richtigen Produkte für die Reinigung ausgewählt werden. Daher habe ich heute für euch eine kleine Übersicht erstellt, die euch bei der Auswahl eurer Hautpflege vielleicht ein wenig unterstützt.

Nackte junge Frau mit Wasser - Hautpflege

Warum ist eine gründliche Hautreinigung wichtig?

Durch die Reinigung wird eure Haut von überschüssigem Talg, Bakterien und Verunreinigungen, die sich im Gesicht angesammelt haben, sanft befreit. Eure Haut solltet ihr nicht nur abends, sondern auch morgens sanft reinigen. Am Morgen werden abgestorbene Hautzellen abgetragen werden und die Haut so perfekt auf folgende Pflege und MakeUp vorbereitet. Die Poren werden geklärt, so dass die Wirkstoffe aus den Pflegeprodukten viel besser aufgenommen werden können. Zudem fördert das sanfte Einmassieren von Reinigungsprodukten oder die Verwendung von Reinigungsbürsten für eine bessere Durchblutung der Haut, wodurch diese frischer und strahlender wirkt. Am Abend werden dagegen Schmutz und ggf. MakeUp vom Tag gründlich entfernt, so dass die Poren nicht verstopfen und sich eure Haut über Nacht optimal regenerieren kann. Wascht euer Gesicht  nicht mit heißem Wasser, sondern nur lauwarm und tupft es anschließend nur sanft mit einem Kosmetiktuch oder Handtuch ab.

Die 4 Hauttypen & passende Reinigungstipps

Verschiedene Merkmale der gesunden Haut ermöglichen die Einschätzung des aktuellen Hautzustandes. Dabei wird unser Hauttyp hauptsächlich durch genetische Faktoren bestimmt. Dennoch kann der Hautzustand durch äußere und innere Einflüsse, die auf unsere Haut einwirken, variieren. Hauttypen sind daher zwar eine gute Orientierungshilfe, jedoch ist die Einteilung nur eingeschränkt möglich. Der eigene Hauttyp ist nicht immer eindeutig ausgeprägt, da meistens Mischformen vorliegen. Kommen wir aber nun zu den 4 Hauttypen, ihren Eigenschaften und der jeweils passenden Reinigung.

Normale Haut (Eudermie)

Als normale Haut bezeichnet man vollkommen gesunde, ausgeglichene Haut, bei welcher sich der wichtige Säureschutzmantel besonders widerstandsfähig zeigt. Ihr Erscheinungsbild ist abhängig vom Alter. In jungen Jahren zeigt sich die gesunde Haut eben und weich, mit unsichtbaren, feinen Poren. Sie ist frei von Unreinheiten und Falten, straff und rosig, gut durchblutet und neigt weder zu einer übermäßigen Fettproduktion noch zu Trockenheit. Neben der Pupertät ändert sich das Erscheinungsbild ab einem Alter von circa 30. In diesem Alter tendiert die Haut dazu, trockener zu werden, da die Hautfettproduktion wie auch der Wasseranteil nach und nach reduziert wird.

Häufiges Erscheinungsbild & Eigenschaften der normalen Haut

  • normale bis feine Porengröße
  • keine Hautunreinheiten
  • normal glänzend
  • rosiger Teint
  • keine Schuppen
  • geringe Hautempfindlichkeit

Passende Hautpflege für normale Haut

Für normale Haut sind Emulsionen in Creme- oder Milchform sowie ph-neutrale Syndets am besten geeignet. Syndets sind seifenfrei und enthalten milde, hautfreundliche Tenside (Waschsubstanzen). Verzichtet in jedem Fall auf herkömmliche Seife, welche den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nur unnötig strapaziert. Um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, können die Reinigungsmittel  nach Bedarf zusätzlich pflegende Lipide enthalten.

Ein Gesichtswasser zum Tonisieren kann bei ausgeglichener, normaler Haut bis zu 15% Alkohol enthalten und darf gerne beruhigende, pflegende Wirkstoffe aufweisen. Natürlich könnt ihr auch direkt zur noch hautfreundlicheren alkoholfreien Alternative greifen. Wichtig zu beachten ist, dass bei normaler Haut weniger oft mehr ist. Zwar verzeiht sie eine falsche Pflege eher, als andere Hauttypen, aber bei zu viel Pflege kann auch die normale Haut aus dem Gleichgewicht geraten und irritiert reagieren.

Trockene Haut (Sebostase)

Trockene Haut weist eine geringe Lipidbildung und einen Mangel an hauteigenen natürlichen Feuchthaltefaktoren auf. Es fehlt ihr also an Feuchtigkeit und Fett, was oft zu Spannungsgefühlen, Juckreiz oder sogar Hautschuppung führt. Neben genetisch bedingter Hauttrockenheit  kann diese auch durch äußere Faktoren wie beispielsweise trockene Heizungsluft, falsche Pflegeprodukte oder Medikamente auftreten. Da mit fortschreitendem Alter die Talgproduktion der Haut nachlässt, ist sie darüber hinaus meist Folge des natürlichen Alterungsprozesses.

Häufiges Erscheinungsbild & Eigenschaften der trockenen Haut

  • normale bis feinporig im gesamten Gesicht
  • selten bis keine Unreinheiten
  • neigst zu glanzloser, stumpfer oder rauer Haut
  • leicht rosig, tendenziell aber eher blass
  • oft feine, trockene Schüppchen
  • wirkt ggf. knitterig, ggf. Plisseefältchen um Augen und am Nasenrücken
  • weist Spannungsgefühle auf
  • dünne Haut
  • hohe Hautempfindlichkeit
  • Neigung auch zu trockener Kopfhaut und trockenem Haar

Tipps für die Reinigung von trockener Haut

Bei trockener Haut gilt der sparsame Einsatz von Wasser und Reinigungsprodukten, denn ein Übermaß kann die Haut schnell weiter austrocknen. Für eine sanfte Reinigung empfiehlt  sich die Verwendung von ph-neutralen Produkten sowie seifenfreien Reinigungsfluids und Reinigungsölen. Eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Reinigungsmilch eignet sich bei trockener Gesichtshaut besonders gut. Diese werden meist nicht durch Wasser, sondern nur mit einem Wattepad oder einem feuchten Tuch abgenommen. Günstig wirken sich zudem zusätzlich zugesetzte Öle und Fette aus. Hervorragende, rückfettende Öle gegen Trockenheit sind zum Beispiel Jojobaöl, Macadamiaöl, Avocado- oder Kokosnussöl.

Wer zu trockener Haut neigt, sollte in jedem Fall auf ein alkoholhaltiges Gesichtswasser verzichten und stattdessen zu einem beruhigenden, alkoholfreien Produkt greifen. Der Alkohol greift den Säureschutzmantel der Haut zu stark an, trocknet die Haut weiter aus und entfernt zudem die rückfettenden Wirkstoffe eures zuvor verwendeten Reinigungsmittels. Auch solltet ihr auf Produkte mit Parfum und Konservierungsstoffen verzichten, da trockene Haut zu einer hohen Empfindlichkeit neigt und durch diese ggf. zu stark irritiert wird. Letzteres gilt auch bei der Anwendung von Peelings. Ein feines, sanftes Peeling alle zwei Wochen reicht hier völlig aus.

Mischhaut (Seborrhoe sicca)

Die Mischhaut ist quasi eine Unterkategorie der fettigen Haut (Seborrhoe) und wird „Seborrhoe sicca“ genannt. Bei diesem Hauttyp sind im Vergleich zur „Seborrhoe oleosa“ trockene und feuchtigkeitsarme Partien wie ölige Hautstellen gleichermaßen vertreten. Dies macht die Reinigung aber auch um einiges schwerer, denn es besteht die Gefahr, dass Hautareale mit genau der falschen Kosmetik gereinigt werden. Meist verteilen sich die ölig glänzenden Bereiche in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn), während die Wangen und die Partie um die Augen zur Trockenheit neigen. Gegebenenfalls tritt auch eine leichte, kleieförmige fettige Schuppung auf.

Häufiges Erscheinungsbild & Eigenschaften der Mischhaut

  • große Poren in der T-Zone und normal in übrigen Bereichen
  • Neigung zu Unreinheiten in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn)
  • fettig glänzend in der T-Zone und normal bis trocken in übrigen Bereichen
  • manchmal leicht schuppig an der Nasolabialfalte und am Kinn
  • ggf. Spannungsgefühle an Wangen und Augenpartien
  • hohe Hautempfindlichkeit

Tipps für die Reinigung von Mischhaut

Auch bei Mischhaut gilt, je milder desto besser. Mit lauwarmen Wasser und einem ph-neutralen, seifenfreien Waschgel oder Reinigungsschaum seid ihr gut ausgestattet. Auch ein Mizellenwasser für Mischhaut leistet gute Dienste. Wichtig ist, Produkte die viel Öl enthalten zu meiden, aber auch Produkte die stark austrocknen und die Haut strapazieren. Es sollten als kein Fett, aber viel Feuchtigkeit zugeführt werden. Öl würde die T-Zone nur noch fettiger machen, während beispielsweise Alkohol die Wangen Feuchtigkeit und Fett entziehen.

Neben der Grundreinigung empfiehlt sich zur Klärung die Nutzung eines alkoholfreien, feuchtigkeitsspendenden Gewichtswassers (z. B. dieses 100% natürliche Rosenwasser*). Es wirkt unter anderem beruhigend, ausgleichend und wirkt der Überproduktion von Talg entgegen. Einmal pro Woche kann die Haut gerne sanft gepeelt werden, wobei ihr nach enzymatische oder feinkörnige Peelings greifen solltet.

Im Übrigen gibt es im Handel mittlerweile zahlreiche Produkte für Mischhaut, die gut aufeinander abgestimmt sind und die sowohl die fettige T-Zone, als auch die trockenen Wangen und Augenpartien ausreichend versorgen. Es ist also in der Regel nicht notwendig, Reinigungsprodukte für verschiedene Hauttypen zu verwenden. Das macht nur Sinn, wenn die Unterschiede zwischen den öligen und trockenen Hautpartien sehr groß sind.

Fettige Haut (Seborrhoe oleosa)

Während die Mischhaut unter Feuchtigkeitsarmut leidet, ist dies bei der fettigen Haut oder auch „Seborrhoe oleosa“  in der Regel nicht der Fall.  Hier haben die Betroffenen stattdessen mit einer Überproduktion von Hautfett durch die Talgdrüsen zu kämpfen, die sich nicht nur auf die T-Zone beschränkt, sondern sich auch auf Dekolletee und Rücken ausbreiten kann. Zudem sorgen Bakterien dann auch häufig für Entzündungen, die sich oft als Pickel zeigen. Oft liegt dafür eine erbliche Veranlagung vor, aber auch durch bestimmte Stoffe wie z. B. Hormone kann die Talgproduktion angeregt werden. Während  männliche Hormone (Androgene) diese fördern, wird sie durch weibliche Hormone (Östrogene) reduziert. Obwohl Menschen mit fettiger Haut von einem übermäßigen Hautglanz geplagt werden, haben sie zumindest den Vorteil, dass die Faltenbildung deutlich später einsetzt und die Haut durch den Fettfilm deutlich unempfindlicher und robuster ist.

Häufiges Erscheinungsbild & Eigenschaften der fettigen Haut

  • vergrößerte Poren im Gesicht und ggf. im Dekolletee
  • Neigung zu Unreinheiten im gesamten Gesicht und ggf. Dekolletee und Rücken
  • ölig und stark glänzende Haut
  • Haut wirkt dick und grob
  • keine Schuppung
  • schlechte Hautdurchblutung
  • geringe Hautempfindlichkeit
  • stärker fettende Kopfhaut und schnell nachfettendes Haar

Tipps für die Reinigung von fettiger Haut

Bei der Pflege muss das Hauptaugenmerk auf die Reinigung gelegt werden, so dass die Poren nicht verstopfen. Bei der Frage auf welche Mittel man zurückgreifen soll, scheiden sich allerdings die Geister. Während die einen auf alkoholhaltige und fettentziehende Produkte setzen, empfehlen andere auf Alkohol und fettentziehende Mittel  komplett zu verzichten, da die Talgdrüsen die Fettproduktion durch die Austrocknung nur noch mehr erhöhen. Ich denke, da sollte jeder einfach ausprobieren, was für seine Haut am besten funktioniert. Wichtig ist in jedem Fall, dass bei fettiger Haut Reinigungscremes oder Reinigungsmilch mit fettender Grundlage vermieden werden. Gut geeignet sind stattdessen pH-neutrale, leichte Reinigungsgele und Seren sowie Produkte mit Frucht- oder Salizylsäure. Diese geben kein zusätzliches Fett hinzu und halten die Poren frei von Hautschüppchen, so dass der Talg problemlos abfließen kann, ohne dass dieser die Poren verstopft und es zu Mitessern kommt.

Zum Tonisieren ist in diesem Fall ein leicht alkoholhaltiges, klärendes Gesichtswasser durchaus erlaubt. Es entfernt überschüssiges Fett und Schmutz aus den Poren, desinfiziert, beugt Pickeln vor und die großen Poren ziehen sich durch die adstringierende Wirkung etwas zusammen. Allerdings sollte es direkt gegen ein milderes getauscht werden, wenn ihr Hautreizungen bemerkt. Ich habe für meinen Teil mit einem alkoholhaltigen Gesichtswasser bisher gute Erfahrungen gemacht, da ich regelmäßig unter Hautunreinheiten leide und ich den Eindruck hatte, dass es meine Haut deutlich gründlicher reinigt und der Neubildung von Unreinheiten besser entgegen wirkt. Die Feuchtigkeit gebe ich durch spezielle Cremes anschließend wieder hinzu. Dennoch würde ich an eurer Stelle zunächst über einen längeren Zeitraum ein adstringierendes, aber alkoholfreies Produkt für fettige Haut ausprobieren, was die Haut beruhigt. Ein Produkt mit Hamamelis würde hier zum Beispiel gut passen, denn es wirkt porenverengend, klärend, tonisierend und beruhigend zugleich.

Da dieser Hauttyp wie gesagt von seiner Unempfindlichkeit profitiert, können problemlos regelmäßige Peelings durchgeführt werden.  Ein bis zweimal die Woche wäre ein gutes Maß, wobei natürlich jeder individuell reagiert. Eine weitere Möglichkeit, die Haut sauber und die Poren frei zu halten, sind Gesichtsreinigungsbürsten, die euch das abendliche (und nervige) Abschminken deutlich erleichtern. Ich nutze seit etwa zwei Jahren jeden Abend diese VisaPure Essentials-Gesichtsbürste von Philips und möchte sie in meiner Reinigungsroutine nicht mehr missen. Durch die rotierende Bewegung entfernt sie wirklich die letzten MakeUp-Reste und hinterlässt eine super weiche, tiefengereinigte Haut. Für diejenigen, die sich nicht schminken oder keine Probleme mit Hautunreinheiten haben, wäre eine solche Bürste meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig.

Entwicklung einer eigenen Pflegeroutine

Hast du Produkte gefunden, die für deine Haut gut funktionieren, solltest du möglichst dabei bleiben. Auch wenn die Hersteller empfehlen, man solle Pflegeprodukte unterschiedlicher Marken und Pflegeserien nicht mischen, solltet ihr auf das hören, was eurer Haut gut tut. Bleibt bei eurer gemischten Routine, wenn sie sich bewährt hat. Wechelt in jedem Fall die Reinigungsprodukte nicht zu häufig, denn das irritiert und überreizt schnell  eure Haut und sie könnte sich mit Unreinheiten rächen. Oft braucht sie auch ein wenig Zeit, um sich auf neue Produkte und Wirkstoffe einzustellen. Eine konstante Routine hilft daher eurer Haut, sich an sie zu gewöhnen.

Frau bei der Kosmetikbehandlung zur Hautpflege

So, ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Überblick über die gängigen Hauttypen und die korrekte Reinigung verschaffen. Reife Haut und empfindliche Haut zählen übrigens nicht als Hauttyp, sondern sind eher als eine Art Ausprägung zu sehen. Die reife Haut ist zum Beispiel meist der trockenen Haut zuzuordnen.

Das hier behandelte Thema „Hautreinigung“ werde ich dann bald mit einem separaten Beitrag zur passenden Hautpflege nach der Reinigung vervollständigen. Bis dahin, alles Gute für euch!

 

* Mir wurden weder Produkte von Marken zugesendet, noch wurde ich beauftragt, über deren Kosmetika zu schreiben oder diese zu empfehlen. Die mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links.

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