Wie man mit negativen Menschen besser umgeht & positiv bleibt

Im Umgang mit negativen Menschen und Kritik gelassen bleiben

Heute mal ein völlig anderes Thema als üblich. Aus welchem Grund? Naja, in letzter Zeit beschäftige ich mich zunehmend mit mir als Mensch –  meinem Charakter, meiner aktuellen Art zu leben, meinen Emotionen, Motivationen und aktuellen Denkmustern. Ich versuche mich in diesen Aspekten innerlich weiterzuentwickeln und quasi ‚über den Tellerrand hinauszublicken‘. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut, aber ein solcher Weg ist ja bekanntlich kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber selbst wenn man einige kleine, aber wesentliche Punkte verstanden hat, können schon recht schnell positive Erfolge erzielt werden.

Dieser Beitrag ist für all diejenige, die negative Menschen in ihrem Umfeld haben – ein allgegenwärtiges Thema, über das ich bislang einiges gelesen und gehört habe und daher heute einfach mal mit euch teilen möchte. Vielleicht findet sich der ein oder andere ja darin wieder und kann etwas für sich mitnehmen. Ich muss zugeben, ich bin ein recht sensibler Mensch und fühle mich leider schnell persönlich angegriffen, wenn ich kritisiert werde, je nachdem wer die Kritik ausspricht. Sofern mir die Person etwas vertraut ist,  bin ich auch oft dazu verleitet, mich zu verteidigen  und verbal zurückzuschlagen. Auch wenn für mich die nachfolgenden Worte nicht neu waren (euch wahrscheinlich auch nicht), hat sich durch die nähere Beschäftigung mit dem Thema, dennoch eine andere Denkweise eingestellt und mir geholfen, die Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Wie alles im Leben erfordert das Umdenken natürlich regelmäßiges Training. Auch mir gelingt es nicht immer, innerlich ruhig zu bleiben, aber Übung macht den Meister.

Erkenne die inneren Verletzungen negativer Menschen

Viele  kennen das alle ihrem Alltag:  stichelnde Kommentare, provozierendere Seitenhiebe, Angriffe in Social Media Kanälen oder jemand versucht auf andere Art uns irgendwie herunterzuziehen und unsere gute Laune zu verderben. Wichtig ist an dieser Stelle, dass wir folgendes verstehen und verinnerlichen:

Andere Menschen greifen uns an, weil sie selbst  leiden. Sie sind abfällig, verletzten, provozieren oder kritisieren uns, weil sie selbst verletzt sind und mit sich selbst oder irgendetwas in ihrem Leben ein Problem haben! Sie spiegeln quasi  nur ihr Inneres.

Nehmen wir als Beispiel einmal Facebook.  Ihr veröffentlichtt einen Facebook-Post und erhaltet einige gehässige, gemeine Kommentare von einem Leser. Wenn ihr euch die zuvor erläuterte Spiegelung vor Augen führt, wird klar, dass der negative Kommentar mehr über den Verfasser aussagt als über euch.  Wenn man versteht, dass andere Menschen  sich uns gegenüber negativ verhalten, weil sie viel Negativität  in ihrem ‚eigenen‘ Leben haben, haben wir das Spiel eigentlich schon gewonnen. Wir sind dann nicht mehr das Opfer. Wir müssen uns nicht fragen, was mit uns vielleicht nicht stimmt, nicht unsicher werden oder in Selbstmitleid versinken. In dem Moment,  wo wir erkennen, warum uns der  andere verletzt, sind wir  auf einmal der Stärkere und gewinnen an Größe. Wir haben es auch nicht mehr nötig, uns auf das Niveau des anderen hinab zu begeben.

Ich hatte früher mal einen enorm cholerischen Chef, der mich und auch meine Kollegen Tag für Tag mobbte und schlecht behandelte. Dass er mich mit Sachen bewarf oder seinen alten Kaugummi auf mein Essen drückte, sind nur einige davon. Das war eine sehr schwere Zeit und selbst heute frage ich mich noch, wie ich es dort solange aushielt. Ich hatte so eine große Wut auf ihn, wollte aber meine Ausbildung erfogreich abschließen. Ein Chef, der seine Mitarbeiter in dem Maße attackiert, ist in Wahrheit innerlich selbst extrem unsicher und hat so wenig Selbstvertrauen, dass er seine Zweifel verstecken und an andere auslassen muss. Wenn man sich das vor Augen führt und bewusst macht, ist es deutlich einfacher, innerlich ruhig und gelassen zu werden und die Kritik nicht so nah an sich heranzulassen. Letzteres habe ich damals leider nie geschafft, aber ich kann heute erkennen, dass er offenbar große Probleme haben musste, um sich so zu verhalten.

Schlagt nicht zurück und zeigt Mitgefühl

Innere Ruhe im Umgang mit negativen Menschen & Kritik

Was mache ich aber nun, wenn ich ungerechtfertigt provoziert und schlecht gemacht werde? Ein Mensch, der in sich ruht, hat nicht das Bedürfnis zurückzuschlagen, denn er weiß, dass sein Gegenüber seine Strafe schon bekommen hat. Wenn ihr angegriffen werden und merkt, ihr wollt zum Gegenschlag ausholen, schlagt nicht zurück! Schaut euch die Szene mit emotionalem Abstand an und denkt euch einfach „ Die Strafe  hat er ohnehin schon bekommen. Dieser Mensch ist innerlich verletzt, ängstlich… er leidet unbewusst,  ist unglücklich und ist nicht mit sich im Reinen“. Macht euch klar, was ihm gerade wehtut und habt Mitleid mit dieser Person!

Geht man auf die Provokation ein, steckt man im gleichen Muster. Sucht  stattdessen die Quelle aus eurem Leben.  Woher kommt das Gefühl, dass ihr Kontra geben wollt? Was hat die Person gerade in euch getriggert, dass ihr euch angegriffen fühlt und versucht das aufzulösen. Führt euch zudem immer folgendes vor Augen: Wenn jemand immer wieder behauptet „Du kannst das nicht“, tut dies meist jemand der selbst schon oft im Leben versagt hat oder dem es selbst eingeredet wurde. Erst in dem Moment, in dem ihr diesen Gedanken aufnehmt und ihm Glauben schenkt, nehmt ihr diesen Gedanken persönlich.

Das Training, wie man trotz negativer Menschen positiv bleibt,  besteht also aus 3 Punkten:

  1. Erkennt, wie verletzt dieser Mensch in Wahrheit ist ohne es selbst zu wissen
  2. Schlagt nicht zurück. Sucht stattdessen den Grund, warum ihr das gerne möchtet. Welche Probleme und Blockaden müsst ihr noch ‚in euch‘ lösen?
  3. Behandelt die Personen, die euch angreifen, mit dem größten Mitgefühl, das ihr aufbringen könnt

Letztlich gewinnt ihr dadurch an Größe und emotionaler Gelassenheit. Für mich ist es wie gesagt selbst noch ein langer Weg, aber ich bin zuversichtlich, dass auch ich bald zu mehr  innerer Ruhe gelange 😉

Einen Aspekt möchte ich allerdings noch anbringen: Grundsätzlich sehe ich in der vorgestellten Vorgehensweise bzw. Denkweise viel Potential und Wahrheit.  Meiner Meinung nach kommt es aber doch auch etwas auf die Situation an, denn es gibt  Themenbereiche, wo ich es für nötig halte, nicht immer die „Egal“-Einstellung auszupacken und komplett gelassen zu bleiben. Es gibt immer Dinge, die einfach geklärt gehören – ggf. auch mit Hilfe Außenstehender. Niemand muss sich z.B. permanent von Mitschülern oder Kollegen schikanieren und mobben lassen. Oder wenn es sich z.B. um eine Person handelt, die einem persönlich viel bedeutet, ist es  auch wichtig, dem Problem auf den Grund zu gehen, statt nur zu „erkennen“  und sich bewusst zu machen, dass der andere unglücklich ist und sich deshalb mies verhält. Wobei sich das ja theoretisch auch im Punkt 3 wiederfinden lässt, nämlich viel Mitgefühl aufzubringen und demjenigen zu helfen, wo man kann.

So, das war das Wort zum Sonntag 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.